30kg und mehr...

30 Kg und mehr….

Endlich war es wieder soweit, Freitag, Feierabend und Sonnenschein.

Mit Robert war ich um 15:00 Uhr an einer Kiesgrube in der Nähe zum Karpfenangeln verabredet. Da ich als erster am Wasser eintraf, war ich bereits fertig mit meinem Aufbau als Robert eintraf. Die erste gemeinsame Amtshandlung war das Boot fit zu machen, an diesem Weiher lag dauerhaft unser altes kleines Boot, liebevoll die Nussschale genannt und musste dem neu angeschafften Schlauchboot Roberts weichen, bzw. auf den Motor verzichten.

Stolz präsentierte er das neue Boot das bereits vollständig aufgepumpt auf dem Hänger verzurrt war. Der Motor und die Batterie wechselten schnell das Boot und Robert überschlug sich in seiner Euphorie beim Rutenaufbau, aber jeder weiß, neues Material will schnellstmöglich genutzt und getestet werden! Als das Camp kurz darauf stand stießen wir mit einem wohlschmeckenden Gerstensaft auf das Angelwochenende an.
Kaum lief der ersten Schluck meine Kehle hinunter fiel mein Swinger und der Delkim ertönte. Ich nahm die Rute auf, stellte Kontakt zum Fisch her und konnte nach kurzer Zeit sage, dass mein Gegner kein Karpfen war, da anderen Ende ohne Gegenwehr kam. Ich sollte Recht behalten, es handelte sich lediglich um eine Brasse, die ich noch im Wasser abharkte. Schnell erneuerte ich die Rute, ich hätte mir auch Zeit lassen können denn nach dem Klodeckel passierte nichts mehr den Rest des Tages. Gegen 22: 00 Uhr beschlossen wir uns in unsere Zelte zurückzuziehen, da die zurückliegende Arbeitswoche ihre Spuren hinterlassen hatte. Auf dem Weg zum Zelt kam auf einmal ein Einzelton von meinem Rod Pot. Ich schaute nach unten, sah das blaue Licht und bevor ich mich überhaupt bewegen konnte schrie der Bissanzeiger los, Vollrun mit sehr stark eingestellter Bremse, das war definitiv keine Brasse! Sofort spürte ich heftige Gegenwehr und rief Robert zurück „das ist ein Guter“, der schon mit dem Netz in der Hand herbeieilte. Nach einem Kampf von gefühlten 30 Minuten konnten wir einen 15,8 Kg Schuppi als Fang verbuchen. Zufrieden legten wir uns auf die Liegen und schliefen sofort ein.
Mitten in der Nacht weckte mich Roberts Gebrüll, als ich meine Kopflampe auf ihn richtete sah ich ihn bereits mit bis ins Handteil gebogener Rute am Ufer stehen. Auch dieser fisch wehrte sich mit all seiner Kraft und lieferte unserem Anfänger einen schönen Fight. Nach 10 Minuten ging Robert aus dem Kampf als Gewinner hervor und konnte einen 12,4 kg Schuppi in sein Fang Buch eintragen. Wir sackten den Fisch und gingen erneut auf die Liegen zurück. Kaum hatte ich die Augen geschlossen schrie mir meine Funkbox ins Ohr. Ich fiel fast von der Liege uns sprintete zu meiner Rute. Der Fisch schwamm ganz gemütlich hin und her doch ich konnte ihn nicht halten. Zu Beginn dachte ich dass ich noch einen Ast mit ans Ufer pumpte jedoch nach 20 Minuten hardcore Drill war ich mir sicher, dass „nur“ ein großer Fisch an meiner Schnur hing. Ich wurde richtig nervös und fragte mich ob dies nun einer der 30 Kg Karpfen war die es im Weiher geben sollte? Nach 45 Minuten Kampf, der mir und meinem Gerät alles abverlangte sagte ich zu Robert „das ist kein Karpfen oder er hat 40 Kg“.  Nach über einer Stunde sah ich etwas Längliches im Schein meiner Kopflampe, es war ein riesen Wels der vor dem Ufer seine Bahnen zog. Ich hatte schon Welse bis 2,26 m gefangen, jedoch mit anderer Ausrüstung. Einen solchen Kampf hatte sich noch kein Fisch mit mir geliefert. Ich gab Robert die Rute und stieg ins 11 ° kalte Wasser um den Waller zu landen. Doch der Fisch war nicht ausgedrillt und versuchte sich von meinem Griff zu lösen. Ich biss auf die Zähne weil der Bartel Träger meine Hand mit seinen 1000 kleinen Zähnen abraspelte. Kurz darauf lag ein 1,97 m Wels vor mir! Wir waren beide überglücklich…“30 Kg und mehr….“ Wir legten uns noch für eine Stunde hin. Am nächsten Morgen machten wir die Fotos von und mit unseren Fängen, tranken gemütlich Kaffee und packten ein.
Diesen Drill werde ich nie vergessen und wer weiß vielleicht beißt ja irgendwann der 60 Pfünder meiner Träume…….

In diesem Sinne Tight Lines

Bemmes